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Die Überwachungsskandale der vergangenen Wochen haben auch den Online-Handel erreicht, sagen zumindest Experten wie Mark Zuckerberg. Was er bereits vor kurzem in Washington angedeutet hatte, wird jetzt auch in Deutschland von einer Studie bestätigt: Das Vertrauen der Verbraucher bezüglich Internet und speziell in Bezug auf das Online-Shopping ist gefährdet. Auch die Nutzer in Deutschland haben Angst um ihre Daten. Durch das Ändern des eigenen Surfverhaltens können die Nutzer selbst sicherer einkaufen.

Etwas besorgt sah Mark Zuckerberg in der vergangenen Woche aus, als er interne Resultate einer Facebook-Analyse verkündete. „Die Vertrauenswerte aller Internetfirmen sind durch PRISM gesunken“, sagte der Facebook-Chef in Washington. PRISM war das durch den Whistleblower Edward Snowden aufgedeckte Überwachungsprogramm des US-Geheimdienstes NSA. Eine repräsentative Studie aus Deutschland belegt Zuckerbergs These nun mit Zahlen.



Weniger Online-Einkäufe durch Vertrauensverlust

Die Überwachungsskandale der vergangenen Wochen hätten das Konsumverhalten auch in Deutschland negativ beeinflusst, so die Studie. Das Online-Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß habe mehr als 1.000 deutsche Internetnutzer befragt. Das Ergebnis: Fast jeder zweite Verbraucher in Deutschland sehe nun Gefahrenpotenziale für seine Datensicherheit beim Einkaufen im Netz. Zwölf Prozent der Befragten versuchten gar seit dem Datenskandal Einkäufe im Netz gänzlich zu vermeiden.



Facebook & Co. gelten auch in Deutschland als unsicher

70 Prozent der Befragten hätten angegeben, Datenschutzthemen seitdem für wichtig zu erachten. „Vor allem Nutzer aus den neuen Bundesländern geben an, dass die Affäre ihr Online-Nutzungsverhalten beeinflusst habe“, heißt es in der Studie. Nutzer fürchten ihre persönliche Datensicherheit demnach vor allem in öffentlichen WLANs und bei der Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook & Co. Über die Hälfte der Befragten gab an, sich um die persönlichen Daten in den Online-Netzwerken ernsthafte Sorgen zu machen. Der E-Mail Verkehr hingegen wurde nur von einem Drittel der Befragten als unsicher wahrgenommen.



Wie sich Verbraucher selbst schützen können

Wenngleich vor allem Händler und Betreiber von Internetfirmen primär für die Wahrung des Datenschutzes eintreten müssen, so können auch Verbraucher ihren Teil beitragen. Fittkau & Maaß Consulting geben in Anschluss an ihre Studie deshalb Verbrauchertipps für sichereres Onlineshopping.



Vor Phishing schützen

Phishing nennt sich der virtuelle Identitätsklau. Meist wird dabei durch gefälschte Webseiten oder E-Mails versucht, an die Kontodaten der Opfer zu gelangen. Fittkau & Maaß empfehlen: Öffnen Sie E-Mails generell nur in Textform, verwenden Sie ein aktuelles Viren-Schutzprogramm und pflegen sie eine stets aktualisierte Personal Firewall.



Sichere Passwörter verwenden

Wer ein Kundenkonto bei einem Online-Shop anlegt, der sollte ein sicheres Passwort verwenden, empfehlen Fittkau & Maaß. 12345678 ist nicht sicher. Auch das verwenden der Namen von Familienmitgliedern oder deren Geburtsdaten seien zu vermeidne.



Auf sicheren Online-Datentransfer achten

Sensible Zahlungsdaten sollten nur via SSL verschlüsselt und übertragen werden. Diese Verschlüsselung erkennt man, wenn Webseiten im Browser mit https beginnen.



Mit Daten geizen

Die Marktforscher empfehlen allgemein: „Geizen Sie mit Daten“. „Wer Payment-Dienstleister wie PayPal, Yapital oder Amazon Payment nutzt, muss beim Händler überhaupt keine Zahlungsdaten hinterlegen“, so die Experten. Fällige Rechnungen sollten stattdessen über die Eingabe von Nutzernamen und Kennwort bei Payment-Anbietern selbst bezahlt werden.


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